Wanderung Monte Epomeo
Italien Wandern

Wanderung auf den Monte Epomeo, den höchsten Berg der Insel Ischia

am
14. Juni 2018

Der Monte Epomeo ist der höchste Berg der italienischen Vulkaninsel Ischia im Golf von Neapel. Entdeckt mit uns das Felsenmeer, den Obelix-Stein, wilde Dschungel wie in Jurassic Park und macht euren „Magma cum Laude“.

Der Monte Epomeo. Das ist der Hausberg der Vulkaninsel Ischia. Schon bei der Anfahrt mit dem Boot könnt ihr ihn vom Meer aus bewundern. 789 Meter ist der Berg hoch und befindet sich im Herzen der Insel. Die Erwanderung des Epomeos ist ein absolutes Muss, wenn man Ischia besucht und wir versprechen: Es lohnt sich! Vom höchsten Punkt aus könnt ihr das Eiland in seiner vollen Schönheit bewundern und auf dem Weg nach oben viel über die geologischen Besonderheiten der Vulkaninsel erfahren, die vor rund 150.000 Jahren entstanden ist.

Start der Wanderung zum Epomeo im höchstgelegenen Dorf der Insel       

Auf unserer Bucket List stand das Erwandern des Monte Epomeos auf rund 800 Metern ganz oben. Klar war uns auch, dass wir unbedingt eine geführte Wanderung machen möchten, um mehr über die Vulkaninsel Ischia zu erfahren. Auf unserer Recherche stießen wir auf das Team rund um den Geologen Aniello Di Iorio. Deshalb buchten wir direkt am ersten Tag unserer Hochzeitsreise die Tour, die sich „Trans-Epomeo“ nennt. Der Titel verrät bereits, dass es einmal quer über die Insel geht. 7,5 km von West nach Ost.

Gegen 9:00 Uhr morgens werden wir dafür in Lacco Ameno abgeholt. Über schmale Gassen und vorbei an süßen kleinen bunten Häuschen geht es die Serpentinenstraße hinauf bis nach Fontana. Dieses liegt in der Gemeinde Serrara-Fontana und ist das höchstgelegenen Städtchen der Insel. 500 Meter über dem Meeresspiegel beginnt die Wandertour. Rund 300 Höhenmeter gilt es beim Anstieg zu bezwingen. Beim Abstieg geht es noch einmal 500 Meter hinunter.

Wandertour zum Monte Epomeo: Über Vulkanausbrüche und Thermalquellen

Unser heutiger Wanderführer ist Andreas Bury. Der 29-jährige sehr fit wirkende Geograph begrüßt die kleine Wandergruppe. Dabei hält er in der einen Hand einen Hammer, in der anderen einen Ordner mit bunten Schaubildern. Als Einführung erklärt uns der Würzburger, dass der Monte Epomeo vor allem aus „grünem Tuff“ besteht. Dabei handelt es sich um verfestigte Vulkanasche. Diese hat sich vor 55.000 Jahren hier abgelagert. Aus erdgeschichtlicher Sicht erst vor kurzer Zeit. 😉

Vor 33.000 Jahren gab es dann wieder eine Eruption, bei welcher der Tuffstein unterschiedlich stark gehoben wurde. Dabei ist der Monte Epomeo entstanden. Es handelt sich bei dem Inselberg also nicht um einen Vulkan, sondern um ein Gebirgsmassiv, das durch tektonische Bewegungen gehoben wurde. Den Epomeo kann man sich als eine herausgehobene Erdscholle vorstellen. Doch warum ist der Tuffstein grünlich? Das liegt daran, dass er ursprünglich unter dem Meeresspiegel war und dann gehoben wurde.

Bei der Insel Ischia spricht man in der Geologie von einem vulkano-tektonischen Horst. In der Geschichte der Insel kam es immer wieder zu tektonischen Bewegungen und vulkanischen Aktivitäten. Die Insel ist demnach unterschiedlich alt und drei Zonen können unterschieden werden: Während der Westen vor 55.000 Jahren entstanden ist, ist der Nordosten erst 2.000 Jahre jung. Während der Südosten der Insel seit beeindruckenden 135.000 Jahren existiert.

An den Grenzen dieser drei Zonen gibt es Schwachstellen, sogenannte Bruchlinien. An denen reihen sich nämlich Vulkankrater wie auf einer Perlenkette auf. Bury erklärt auch wie es zu dem heißen, heilende Thermalwasser kommt, dem flüssigen Schatz der Insel Ischia: Das Regenwasser fällt hinab auf die Erde, es gelangt entlang der Brüche in die Nähe der glühende Magmakammer, die sich in etwa 2.500 Metern Tiefe befindet, wird mineralisiert und steigt wieder auf. Schon die alten Römer haben z. B. im Süden der Insel ihre Soldaten mit dem warmen Thermalwasser in der tiefen Schlucht „Cava Scura“ kuriert. Heute gibt es dort einen wunderschönen Thermalpark, die „Terme di Cavascura“, erklärt Bury.

Los geht’s zum Felsenmeer auf dem Monte Epomeo

Schon die ersten paar Schritte geht es steil hinauf zum Fuße des Berges. Zur positiven Ablenkung verteilt Andreas ein grünes Gewächs und wir sollen raten, um was es sich dabei handelt. Patrick und ich schnuppern daran. Die anderen Wanderteilnehmer auch. Doch wir kommen nicht drauf. „Das ist Fenchel“, ruft Andreas mit einem Schmunzeln aus. „Der wächst hier oben wild.“

Die Wandertruppe beim Trans-Epomeo

Die Wandertruppe beim Trans-Epomeo

Über einen schmalen Pfad gelangen wir an den ersten Aussichtspunkt. Von hier aus können wir auf Forio, die größte Stadt Ischias, mit ihrem Zentrum, dem Hafenbecken und dem Golf von Neapel gucken. Andreas erklärt, dass sich linkerhand an der Küste auch ein riesiger Krater befindet. Dieser ist vor 20.000 Jahren eruptiert. Heute wirkt er eher unscheinbar, da er schon weit abgetragen ist. Mit 1.000 Metern Ausdehnung war der „Campotese-Krater“ allerdings größer als der des imposanten Vesuvs bei Neapel, betont der junge Geograph noch.

Blick auf die größte Stadt der Insel Ischia, Forio

Blick auf die größte Stadt der Insel Ischia, Forio. Links ist der Campotese-Krater

Nun geht es hinein in das „Felsenmeer“. Überall liegen kleine Steinchen auf dem Weg. Wir durchwandern riesige Felsbrocken. „Hier wirkt die Gravitation“, erklärt Andreas. Dabei zeigt er mit dem Hammer rechterhand auf einen riesigen Felsen, der auf einem kleineren liegt, der ihn „festhält“. Mit der Zeit fallen immer wieder große Brocken den Berg hinunter. Ganze Felswände, die sich dann durch Regen und Wind immer weiter verkleinern. Je älter die Insel wird, desto häufiger kommt es zu sogenannten „Abgängen“.

Auf dem Weg zum Felsenmeer auf dem Monte Epomeo

Auf dem Weg zum Felsenmeer auf dem Monte Epomeo

Obsidian, ein natürlich vorkommendes vulkanisches Gesteinsglas

Obsidian, ein natürlich vorkommendes vulkanisches Gesteinsglas

Die verliebten Felsen und der Obelix-Hinkelstein

Überall auf Ischia sind große Felsbrocken, sogenannte „Findlinge“ zu sehen. Auch im Meer. Dort liegen die berühmten „verliebten Felsen“. Das sind zwei Felsen, die sich einander zum Kuss nähern, doch sie werden von einem dritten Felsbrocken abgehalten – der Schwiegermutter. Oder in Italien vielleicht doch eher dem Schwiegervater? ? Dabei sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Schließlich handelt es sich schlicht und einfach um drei riesige Felsen im Meer bei Forio.

Eine weitere Sehenswürdigkeit vor allem für Fotografen ist der „Obelix-Stein“. An einer Stelle des Felsenmeeres kannst du dich so positionieren, dass es so aussieht als würdest du wie Obelix einen riesigen Hinkelstein auf dem Rücken tragen. Das klappt ganz ohne Zaubertrank! Ihr seht es auf dem Foto… ich hab es versucht. Naja…die Perspektive hätte besser sein können 😉

Kristina mit Hinkelstein von Obelix - ganz ohne Zaubertrank

Kristina mit Hinkelstein von Obelix – ganz ohne Zaubertrank

Von Wabenverwitterungen, Riesenfelsbrocken und einem berühmten Steinpilz

Über einen dichtbewachsenen schmalen Pfad vorbei an gelbem Ginster und violett blühenden Disteln, Brennnesseln und riesig hohen Farnen geht es hinauf zu einem Monstrum. Wir haben ihn den „Riesenfelsenbrocken“ genannt. Dabei handelt es sich wieder um einen Findling. Das Interessante: Die umliegenden Felsen und auch er verwittern auf eine ganz besondere Art und Weise. Statt von oben nach unten, verwittern sie wabenartig von unten nach oben. Als hätten Bienen Teile ihres Bienenstocks zurückgelassen. Schon nennt Bury den Fachbegriff: „Tafoni-Verwitterung“. Aha! Wieder etwas gelernt. Der Geograph fügt hinzu: „Es benötigt 4 Faktoren: Wind, Salzwasser, Sonne und Haarrisse im bröckeligen Gestein, damit es zu dieser besonderen Verwitterung kommt.“ Große Fragezeichen in den Gesichtern der Wanderer. Wie kommt denn Salzwasser auf den hohen Monte Epomeo? Die Antwort: Gischttropfen werden an der Meeresküste vom Wind aufgenommen und nach oben getragen. Die kleinen Salzkristalle sprengen die Schuppen der Felsbrocken weg und der Wind trägt sie davon.

Riesenfelsbrocken mit wabenartiger Tafoni-Verwitterung

Riesenfelsbrocken mit wabenartiger Tafoni-Verwitterung

Wabenstruktur auf Tuffsteinfelsen

Wabenstruktur auf Tuffsteinfelsen

Der bekannteste Vertreter ist der Namensgeber unseres Urlaubsortes. Der „Il Fungo“ unten am Strand von Lacco Ameno. Es handelt sich um einen grünen Tuffstein, der wie ein Pilz geformt ist und am Hafenbecken mit seinem Schirmchen aus dem Wasser ragt. Der Steinpilz ist DIE Attraktion in Lacco Ameno.

Piraten voraus!

Unser nächstes Ziel ist der „Pietra dell Acqua“ auf 700 Höhenmetern – ein Wasserstein bzw. eine mittelältliche Zisterne in der früher Regenwasser gespeichert wurde. Denn schon im 17. Jahrhundert fielen auf Ischia immer wieder die Sarazenen, Piraten aus der Türkei ein. Deshalb findet man auch noch alte Wachtürme an der Küste der Insel.

Felsenhaus auf dem Monte Epomeo

Felsenhaus auf dem Monte Epomeo

Wasserspeicher auf dem Monte Epomeo

Eingang zum Wasserspeicher auf dem Monte Epomeo

Doch die Bewohner von Forio waren klug. Sie zogen sich zurück, statt gegen die Piraten zu kämpfen. Ihr Rückzugsort lag hoch oben. Es war der Epomeo. Hier höhlten sie Tufffelsen aus und warteten bis die Piraten wieder abzogen. Da die Piraten teilweise ganze Winter auf der Insel verbrachten und sich den Wanst vollschlugen, bauten die Ischitaner Felsenhäuser, die sie bei einem Angriff beziehen konnten. Auf der Anhöhe des Epomeos sind allein 180 Stück zu finden, weist der Geograph uns Wandervögel hin.

Mediterrane Macchia auf dem Monte Epomeo

Im Reiseführer hatte ich schon darüber gelesen. Die „Macchia“. Viele denken jetzt vielleicht an den Matcha Tee. Bei der Macchia handelt es sich allerdings um die duftende mediterrane Flora der Insel Ischia.

Wir passieren eine Stelle auf dem Bergrücken des Epomeos an dem wir rechts und links weit über die Insel Ischia aufs Meer gucken können. Wir sehen die Insel Procida und den Vesuv bei Neapel.

Blick über die Insel Ischia mit dem Castello Aragonese und auf die Insel Procida

Blick über die Insel Ischia mit dem Castello Aragonese und auf die Insel Procida

Wahnsinn! Das haben wir noch nie erlebt. Man kommt sich vor wie in einem Spiel, in dem man die Insel von oben betrachten kann. Ringsherum umgibt uns Wasser. Das ist einmalig. Wir bemerken den starken Wellengang. Rings um die Insel sind weiße, brechende Wellen im dunklen Meerwasser zu sehen. Der Wind weht stark. Die Wolken fliegen nur so an uns vorbei.

Als wir länger so stehen und die Natur um uns herum genießen, merken wir wie viele Insekten hier oben umherfliegen und -krabbeln. Gelbe Schmetterlinge umschwirren uns. Rote und grüne Käferchen landen auf den bunten Blüten. Wie wir uns so umblicken erläutert Bury, dass wir uns hier mitten in der dichtbewachsenen Macchia befinden. Dazu gehört beispielsweise der gelb blühende Ginster, die Erika, Bergminze, Rosmarin, Myrte, Salbei und die Blauheide. Aber auch Steineichen.

Duftendes Blütenmeer vor dem Gipfel des Monte Epomeos

Duftendes Blütenmeer vor dem Gipfel des Monte Epomeos

Myrte auf dem Monte Epomeo

Myrte auf dem Monte Epomeo

Wir erfahren dass die Insel Ischia ursprünglich auch von letzteren ihren Namen bekommen hat. „Iskla“ bedeutet „die Schwarze“. Als die alten Griechen die Insel entdeckten, benannten sie diese nach den vielen dunklen Kastanienbäumen. Deren witterungsbeständiges Holz war bis in die 70-er Jahre essentiell, als der Reichtum der Insel noch vor allem durch die Weinwirtschaft kam. Mit dem Kastanienholz wurden die Weinranken befestigt. Ischia war hauptsächlich für seine guten Weine bekannt. Heute wird der Wein von den vielen Touristen im wohlverdienten Urlaub getrunken.

Wieder drückt uns der Wanderführer ein grünes Gewächs zum Beschnuppern in die Hand. Der Geruch kommt uns bekannt vor. Entfernt erinnert es uns… an Spargel. Asparagus. Wild wachsender Spargel. Wer hätte das gedacht!

Wilder Spargel auf der Wanderung zum Gipfel des Monte Epomeos

Wilder Spargel auf der Wanderung zum Gipfel des Monte Epomeos

Der Heilige Nikolaus auf der Wanderung zum Monte Epomeo

Die letzten Meter geht es noch einmal richtig steil hinauf. Auf dem Weg statten wir der „Kirche des Heiligen Nikolaus“, die sich unterhalb der Aussichtsplattform befindet, einen Besuch ab. Das Besondere: Die kleine Kirche wurde in den Felsen hineingebaut. An Ostern und an Nikolaus wird in der höchstgelegenen Kirche der Insel auch Gottesdient abgehalten.

Kirche des Heiligen Nikolaus auf dem Monte Epomeo

Kirche des Heiligen Nikolaus auf dem Monte Epomeo

Kirche des Heiligen Nikolaus von vorne

Kirche des Heiligen Nikolaus von vorne mit Holztür links

Links neben dem Kirchengebäude entdecken wir eine verschlossene Holztür. Wir erfahren, dass sich auf dem Gipfel des Epomeos einst ein Kloster und später das höchstgelegene Hotel der Insel befand. Eine Wanderteilnehmerin, die vor 30 Jahren in dem Hotel übernachtet hat, erinnert sich. Mit funkelnden Augen beschreibt sie, dass wer hinauf ins Hotel wollte auch den beschwerlichen Weg nach oben erwandern musste – meist mit Gepäck. Der Hotelier sei allerdings sehr nett gewesen. Jeder Urlauber, der nassgeschwitzt oben ankam, konnte sein Shirt in der Hotelküche trocknen und bekam ein frisches zum Wechseln ;). Heute befindet sich auf dem Gipfel ein Restaurant. Dort soll es Gerichte mit Tomaten und Basilikum vom Monte Epomeo geben. Nach zwei Stunden Aufstieg haben wir natürlich alle einen Bärenhunger.

Bevor wir den Gipfel ganz erklimmen biegen wir deshalb noch einmal rechts durch ein Tor auf die Terrasse des urigen Gipfelrestaurants. Andreas hat für uns vorab einen Tisch reserviert, denn das Restaurant ist natürlich ein Touristen-Magnet. Jeder, der es bis hier oben geschafft hat, möchte etwas essen und den Ausblick auf der Panoramaterrasse genießen. Wir bestellen unser Essen von der großen Speisekarte für später schon einmal vor.

Dann kommen die letzten rund zwanzig Meter zum Gipfel, der sich ganz oben auf dem Berg befindet. Über steile schmale Steinstufen oberhalb der Kirche geht es hinauf. Geschafft!

Kristina an der Gipfelfahne

Kristina an der Gipfelfahne des Monte Epomeos

Von hier oben hat man einen „bella vista“, einen Traumblick über die Insel. Unser Kurort Lacco Ameno wirkt wie ein Spielzeugdorf mit Mini-Booten und Spielzeugmännchen. Dazu der Blick über die Küste aufs offene Meer mit sehr viel Seegang heute…

Blick auf Forio

Blick auf Forio

Landschaft um den Gipfel des Epomeos herum. Blick über die Kirche des Heiligen Nikolaus

Landschaft um den Gipfel des Epomeos herum. Blick über die Kirche des Heiligen Nikolaus

Alle freuen sich. Wir haben zusammen den Gipfel bestiegen. Ein tolles Erlebnis. Für jeden anders: Ein junger Wanderer berichtet, dass er eine Knie-OP hinter sich hat. Ein mittelalter Herr hat es mit Bypass geschafft. Zwei Mädchen mit Flip Flops machen wie wild Selfies, um sich auf der Spitze im besten Licht zu zeigen. So hat jeder seine Motivation, die ihn antreiben und Gründe den Epomeo zu wagen.

Mir steigen die Tränen in die Augen. Wie viele Wochen habe ich abends Reiseführer gewälzt, Blogartikel gelesen und mir vorgestellt, wie es wohl auf dem Epomeo sein muss, wenn die Insel dir zu Füßen liegt. Jetzt erlebe ich es mit meinen eigenen Augen! Aber nicht allein, sondern mit Patrick und den anderen bunten Wandervögeln hier oben. Wir machen Fotos zusammen und genießen diesen Moment.

Geschafft! Gipfel des Monte Epomes erreicht

Geschafft! Gipfel des Monte Epomeos erreicht

Geheime Aussichtsplattform, Bruschetta und Spaghetti Monte Epomeo

Wir hatten davon schon gelesen und Andreas hatte es angekündigt: Es gibt noch einen geheimen abgeschiedeneren Aussichtspunkt. Diesen erreichst du, wenn du durch die bunte Fransentür des urigen Gipfelrestaurants „La Grotta da Fiore“ gehst. Durch die Barl hindurch und auf der anderen Seite des Felsens über einen etwa 50 Meter langen Weg auf die Spitze läufst. Traumhaft und viel ruhiger als auf der anderen Seite ;).

Durchgang zur geheimen Aussichtsplattform

Durchgang zur geheimen Aussichtsplattform

Geheim-Tipp: Aussichtsplattform hinter Gipfelrestaurant

Geheim-Tipp: Aussichtsplattform hinter Gipfelrestaurant

Blick vom Gipfel auf Lacco Ameno

Blick vom Gipfel auf Lacco Ameno

Doch der Hunger ruft. Ab geht’s an die gemeinsame Tafel. Es gibt Bruschetta mit Tomaten, Knoblauch und Basilikum vom Epomeo. Geograph Bury erklärt, dass der Tuffsteinboden sehr ertragreich sei. Er sei mineralhaltig und speichere Wasser. Das sei optimal. Vom Prinzip müsse man nur einen Samen in den Boden stecken und gut ist, erläutert Bury mit einem Schmunzeln. Auch Feigen und Paprika wachsen hier oben.

Den Kuss der Sonne schmeckt man auch mit jedem Bissen. Patrick isst hungrig die „Spaghetti Epomeo“ mit Knoblauch, süßen Rosinen, nussigen Pinien und frischem Olivenöl. Ich esse genüsslich einen riesen Salat mit Epomeo-Tomaten und würzigem Basilikum aus dem Gipfelkräutergarten. Herrlich! Ein langes genüssliches Schweigen herrscht. Ist der erste Hunger gestillt kommen die Fragen. Andreas gibt fleißig Auskunft zu allen möglichen Themen rund um die Insel. Wir erfahren, dass Ende Juni die offizielle Wandersaison zu Ende geht und erst wieder im September weiter gewandert wird. „Im Sommer ist es einfach zu heiß. Temperaturen von 30° C plus sind keine Seltenheit“, erklärt Andreas. Und noch ein Fun Fact: Süditaliener wandern nicht. (Beim Rückweg begegnet uns allerdings ein Einheimischer, der mit Flip Flops den Berg raufgewandert ist ;))

Nach dem Essen relaxen wir auf einer der Sonnenliegen auf der Panoramaterrasse.

Entspannen auf der Panoramaterrasse des Gipfelrestaurants auf dem Monte Epomeo

Entspannen auf der Panoramaterrasse des Gipfelrestaurants auf dem Monte Epomeo

Doch dann sieht Patrick einen besonders auffälligen Schmetterling. Dabei handelt es sich um einen Segelfalter, einen sogenannten Schwalbenschwanz.

Schwalbenschwanz auf dem Monte Epomeo

Schwalbenschwanz auf dem Monte Epomeo

Abstieg durch Farnen-Dschungel mit „Magma cum laude“

Nach einer über einstündigen Pause geht es durch karge, zerklüftete Tufffelsen wieder bergab.

Am Wanderschild mit Blick auf den Golf von Neapel

Am Wanderschild mit Blick auf den Golf von Neapel

Wir passieren herrliche Eichen- und Kastanienwälder. Wandern vorbei an Oliven- und Erdbeerbäumen. „Ab jetzt“, erklärt Bury, „laufen wir an der tiefen Bruchlinie entlang, rechts und links sind tiefe Schluchten.“

Tiefe Schluchten auf dem Monte Epomeo

Tiefe Schluchten auf dem Monte Epomeo

Diese sind durch tektonische Aktivitäten entstanden. Entlang des Weges sind Schwachstellen. Hier könnte es rein theoretisch zu einem Vulkanausbruch kommen – zumindest wenn man mehre tausend Jahre wartet ;). Durch sehr hohes, dichtbewachsenes Gras und einen wahren Farnen-Dschungel, wie wir ihn noch nie erlebt haben geht es weiter. Die bizarre Landschaft erinnert uns an Jurassic Park. Fehlt nur noch, dass plötzlich ein Dinosaurier auftaucht ?.

Jurassic Park oder Monte Epomeo?

Jurassic Park oder Monte Epomeo?

Ab durch den Farnen-Dschungel

Ab durch den Farnen-Dschungel

Nach langer Wanderung durch den Farnen-Dschungel kommen wir endlich mal wieder auf einen freien Pfad. Über eine Abzweigung erreichen wir eine Schutzhütte. Am Boden liegen Patronen. „Leider werden auf der Insel Ischia Vögel abgeschossen, während auf der Tochterinsel Procida Vogelschutzgebiet ist“, sagt Andreas mit nachdenklichem Blick.

Einige Höhenmeter weiter unten auf 500 Meter über dem Meeresspiegel heißt es Meeresfossilien suchen gehen. Wir sollen Ausschau nach kleinen Muscheln halten, denn früher war hier ein Sandstrand. Diese sandigen Abschnitte wurden durch Erdbewegungen nach oben gehoben. Auch wilde Orchideen gibt es hier zu finden.

Wildorchidee auf dem Monte Epomeo

Wildorchidee auf dem Monte Epomeo

Auf der Insel gibt es nicht nur Thermalwasser, sondern auch Quellwasser. An einer Stelle, die wir passieren, tritt Wasser aus dem Boden. Auch eine kleine Zisterne ist angeschlossen. Früher wurde hier an der „Buceto Quelle“ das Trinkwasser für die Insel angezapft. Heute erfolgt die Trinkwasserversorgung über unterseeische Leitungen von Neapel aus.

Die natürliche Buceto Quelle

Die natürliche Buceto Quelle

Am „Piano San Paolo“, an dem kürzlich das „Ginsterfest“ gefeiert wurde, machen wir gegen Nachmittag Rast. Wir sind richtig erschöpft von der Wanderung und gleichzeitig aufgedreht. So viele Eindrücke und Informationen… und jetzt soll auch noch ein Test anstehen?

An einem Tag kann man bei der „Trans-Epomeo“ Wanderung seinen „Magma cum laude“ machen. Wow! Nach etwa 100 Höhenmetern sind wir in Fiaiano oberhalb von Ischia Porto angekommen und nehmen an einer alten Holzbank Platz. Andreas stellt die ersten Fragen. Patrick und ich können auch jeweils eine beantworten. Doch ein Wandervogel mit Physikhintergrund, hat genau aufgepasst und bekommt als erster den „Magma cum laude“ erteilt. Auch wir.

Ihr wollt die Auszeichnung auch? Dann nichts wie nach Ischia und den Monte Epomeo mit Aniellos Team bewandern.

Wanderbare Grüße vom Wander-Ehepaar

Kristina und Patrick

Tipps für die Wanderung auf den Epomeo:

  • Wanderung mit dem Team von Aniello Di Iorio: Über die Website des Geologen Aniello Di Iorio oder euer Reiseunternehmen bzw. Hotel könnt ihr die Wanderung „Trans-Epomeo“ buchen. Entweder ihr bucht die Dienstags-Wanderung von Deutschland aus oder direkt vor Ort. Wir haben die Buchung über die TUI vor Ort vorgenommen. Reine Gehzeit beträgt 5 Stunden für 7,5 Kilometer. Dazu kommen viele Päuschen, an denen ihr die wilde Landschaft genießen und im Gipfelrestaurant entspannen könnt.
  • Verpflegung: Unbedingt Wasser und kleine Snacks zur Stärkung mitnehmen, denn beim Auf- und Abstieg gibt es keine Möglichkeit noch etwas zu besorgen. Das Gipfelrestaurant „La Grotta da Fiore“ mit seiner Panoramaterrasse und den köstlichen italienischen Spezialitäten ist sehr zu empfehlen.
  • Kleidung: Wir empfehlen Wanderschuhe zu tragem. Aber auch Schuhe die ein gutes Profil haben, sollten eine gute Unterstützung auf dem Weg nach oben und unten sein. Wir haben kurze Hosen getragen, würden aber im Nachhinein eher lange Hosen tragen wegen der Brennnesseln, Brombeeren, Disteln und Insekten. Obenrum ist es sicher gut immer auch etwas Warmes im Rucksack mitzunehmen, denn auf dem Berg ist es immer einen Tick kühler als in den Dörfchen unten. Sonnenschutz ist wegen der Höhensonne natürlich ein Muss. Außer man ist schon sehr gut vorgebräunt 😉 Es empfiehlt sich auch einen Sonnenhut zu tragen oder ein Tuch mitzunehmen, um den Kopf vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen.

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Kristina und Patrick von Wanderbares Leben Hallo! Schön, dass du da bist. Wir sind Kristina und Patrick aus Königstein im Taunus. In Teilzeit schreiben wir über das wanderbare Leben vor unserer Haustür und in der Ferne. Wir lieben es zu reisen, zu wandern und die schönsten Abenteuer mit unserer Kamera festzuhalten. Lass dich inspirieren und von uns entführen! Jetzt mehr erfahren.
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