Mondfinsternis 2018
Fotografie

Die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts fotografieren

Von
am
28. Juli 2018

Einen mystischen Blutmond gab es zur Mondfinsternis 2018 zu sehen. So haben wir ihn fotografiert – das Ergebnis gibt’s als Hintergrundbild zum Download.

Weite Felder, heiße Temperaturen und langes Warten

Selten war der Mond so interessant wie am gestrigen Freitagabend im Juli 2018. Tagsüber war es extrem heiß, 35 Grad war keine Überraschung mehr. Was tagsüber doch etwas aufs Gemüt schlug, war abends ein Segen. Denn wir konnten uns lange draußen aufhalten, ohne zu frieren.

Um den Mond gut beobachten zu können, empfiehlt es sich einen Platz zu suchen, der freie Sicht auf den Horizont bietet. Da wir an diesem Wochenende einen Kurztrip am Rhein in der Nähe von Koblenz machten, fuhren wir etwa 200 m hinauf in die kleinen Berge. In Lykershausen bot sich ein tolles Plätzchen mit abgemähten Feldern, Strohballen und vor allem Weitsicht.

Unser Spot für die Mondfinsternis 2018

Unser Spot für die Mondfinsternis 2018

Um 21:00 Uhr standen wir bereit. Gegen 21:12 Uhr sollte der Mond aufgehen. Kristina machte es sich auf einem Strohballen gemütlich, während ich ungeduldig vor Stativ und Kamera stand. Wir blicken sehnsüchtig in die Ferne und da war… nichts. Kein Mond zu sehen, aber auch keine Wolken. Was war da los?

Sollen wir abbrechen?

Es waren zwar keine Wolken zu sehen, aber der Himmel bot leider sehr viel Dunst. Genug, sodass sich der Mond verstecken konnte. Sehr sehr schade. So schnell gaben wir aber nicht auf. Bis ca. 22 Uhr haben wir gewartet und sind dann enttäuscht wieder runter an den Rhein gefahren. Als wir uns schon bettfertig machen wollten, wagte ich noch einen Blick in den Himmel. Ich dachte erst, durch die Berge sehen wir den Mond sowieso nicht, doch da war er plötzlich. Knapp über dem Berg zwischen zwei Bäumen strahlte ein roter Blutmond schwach hervor.

Wir kamen aus dem Staunen fast nicht mehr raus, wollten wir doch unbedingt ein Foto von diesem Jahrhundert-Ereignis schießen. Also wieder das Kamera-Equipment eingepackt und hochgefahren.

Suchen in der Dunkelheit

Es war schon stockduster. Das hielt leider einige Passanten nicht davon ab, sich den Mond mitten auf der Landstraße anzuschauen. Glücklicherweise schafften wir es dennoch rechtzeitig zurück zu unserem ausgewählten Spot. Und da war er nun. In voller Pracht zusammen mit einem grell leuchtendem Punkt etwas unterhalb – dem Mars.

Jetzt wurde es etwas hektisch. Es war zwar die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts, doch ich wusste, dass wir nicht mehr allzuviel Zeit hatten, um die vollständige Mondfinsternis, den kompletten Blutmond, zu fotografieren.

Vorbereitet wie ich war, hatte ich natürlich keine Stirnlampe dabei. Also begann das Suchen nach Kamera, Objektiven und Stativ-Platte in der Dunkelheit. Die Smartphone-Taschenlampe bot glücklicherweise etwas Licht.

Welche Kamera-Einstellungen für die Mondfinsternis?

Erst habe ich es mit dem 16-55 mm versucht. Vielleicht konnte man ja noch das Feld mit auf’s Foto zaubern. Aber nein, der Mond war so einfach viel zu klein und das Fokussieren war mit diesem Objektiv leider etwas schwierig. Da die Zeit immer knapper wurde, entschied ich, mich vollständig auf den Mond allein zu konzentrieren.

Mit weiterem Gefummel schloss ich das 150-600 mm Tamron an die Kamera. Da ich bisher gewohnt war, den strahlenden Vollmond aufzunehmen, waren meine Einstellungen zu Beginn komplett daneben. ISO zu weit unten, Verschlusszeit zu kurz. Es war eben kein klassischer Mond, aber auch keine typische Nachtfotografie – irgendetwas dazwischen. Denn würde man zu lange belichten, ist der Mond verschwommen. Ungeachtet dessen ist ein Verwackler bei 600 mm kaum zu vermeiden.

Nach einigen Versuchen hatte ich es endlich: 600 mm, Blende bei f/6,3, ISO zwischen 1000 und 2000 bei Verschlusszeiten von 1/5, 1/2 und 0,6 Sekunden. Perfekt.

Wunderschöner Blutmond der Mondfinsternis 2018

Wunderschöner Blutmond der Mondfinsternis 2018 – f/6,3, 1/5 Sek., ISO 2000, 600 mm APS-C

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Dieses Ereignis werden Kristina und ich niemals vergessen. Vor allem werden wohl nur die wenigsten eine Mondfinsternis diese Länge noch einmal erleben dürfen. 1 Stunde 43 Minuten war diesmal die totale Mondfinsternis zu sehen. Die nächste noch längere Mondfinsternis findet erst im Jahr 2123 statt.

Allerdings müsst ihr nicht unbedingt so lange warten, um sich so ein Spektakel generell nochmal anschauen zu können. Die nächste totale Mondfinsternis gibt es schon am 21. Januar 2019 gegen 5 Uhr morgens. Dauer ca. 1 Stunde. Also nicht verzagen, falls ihr diese verpasst habt. Es gibt noch weitere Möglichkeiten!

Nachdem wir dem Mond und dem Mars beim Wandern am Himmel zugeschaut haben, lagen wir noch eine Weile mit einer Decke auf dem Feld und schauten uns den traumhaften Sternenhimmel an. Wir konnten sogar die Milchstraße mit unserem bloßen Auge sehen. Doch davon machten wir kein Foto mehr. Irgendwann sollte man die Kamera auch mal beiseite legen und die Natur einfach nur genießen.

Milchstraße über dem Großen Feldberg im Taunus

Milchstraße über dem Großen Feldberg im Taunus an einem anderen Tag

Hintergrundbild der Mondfinsternis zum Download

Schön, dass du unseren Blog liest. Als Dankeschön möchten wir dir das Ergebnis dieses wundervollen Moments zum Herunterladen anbieten. Die Wallpaper des Blutmonds vom 27. Juli 2018 gibt’s hier für dich zum Download.

Mondfinsternis 2018 Wallpaper

Mondfinsternis 2018 Wallpaper

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Kristina und Patrick von Wanderbares Leben Hallo! Schön, dass du da bist. Wir sind Kristina und Patrick aus Königstein im Taunus. In Teilzeit schreiben wir über das wanderbare Leben vor unserer Haustür und in der Ferne. Wir lieben es zu reisen, zu wandern und die schönsten Abenteuer mit unserer Kamera festzuhalten. Lass dich inspirieren und von uns entführen! Jetzt mehr erfahren.
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